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Spiele im Freien (2/4)

Quelle: Wagner, Hermann: Illustriertes Spielbuch für Knaben (20. Auflage), Verlag Otto Spamer, Leipzig, 1903

2. Kugeltreffen
Auf dem Ringe spielen

Man macht eine kreisförmige Rinne auf ebener Erde, den Ring, innerhalb welcher die thönernen Schusser gesetzt und mit Marmeln vermittelst des Daumens und Zeigefingers vom Mittelpunkte aus geschnellt werden.

Die getroffene Kugel wird gewonnen und der Gewinner darf von dem Orte aus, wo seine Kugel liegen blieb, nach den andern auf der Kreislinie schnellen; er kann somit sämtliche Kugeln gewinnen, eher der Nächste zum Kugeln kommt. Doch darf die Kugel nie im Kreise liegen bleiben. Geschieht dies, oder geht ein Wurf fehl, so kugelt der nächste vom Male aus.

Merkurjagen

Jeder der Spielenden setzt eine gleiche Zahl Kugeln an. Diese werden auf einer ebenen Fläche in einer Reihe aufgestellt. Eine der beiden Endkugeln ist der "Merkur". Nun wirft man aus, um die Reihenfolge zu bestimmen; der, dessen Kugel am weitesten weg liegt, hat zuerst zu werfen, und so fort. Jeder hat von da aus, wo seine ausgeworfene Kugel liegt, nach der aufgestellten Kugelreihe zu werfen. Wer den Merkur trifft, hat die ganze Reihe gewonnen; wer keine trifft, gewinnt auch nichts. Sind nur noch einige übrig, so wird, wenn die Reihe herum ist, neu angesetzt.

Kugelschießen (Andutzen.)

Zwei Knaben legen einen Stein als Standmal oder machen einen Ritz in die Erde. Hier stellt sich der erste auf und rollt seine Kugeln so weit wie ihm beliebt. Der zweite tritt nach ihm an und rollt seine Kugel nach jener des ersten. Trifft er sie, so gehört sie ihm, und er rollt seinerseits aus. Trifft er nicht, so nimmt der erste seine Kugeln zurück und zielt vom Standmale aus nach jener des zweiten. Auch wird bestimmt, daß die Kugel schon gewonnen ist, wenn der Werfende sie von seiner Kugel mit der Hand erspannen kann.

Man legt die Kugel an die Seite des Mittelfingers, hält sie mit dem Zeigefinger und schnellt sie dann mittels des Daumennagels fort.

Augenschießen

Jeder Spieler setzt eine Kugel in einen kleinen Kreis, der auf dem Boden gezeichnet ist. Der Schütze stellt sich davor und läßt von Augenhöhe aus eine Kugel auf die unten liegenden Kugeln herabfallen. Trifft er sie so, daß sie aus dem Kreise herausgeschnellt werden, sogehören sie ihm; fehlt er dagegen und bleibt seine eigene Kugel im Kreise liegen, so muß sie daselbst verbleiben und als Ziel dienen.

Zielkugel

Ein Kugel wird von einem der Spieler als Ziel an einen bestimmten Punkt gesetzt und die übrigen schieben der Reihe nach mit ihren Kugeln nach derselben. Wer sie trifft, gewinnt sie, der Verlierende setzt eine andere zum Ziel. Mitunter gilt schon als gewonnen, wenn die Kugel beim Stillliegen nicht weiter als eine Spanne weit von der Zielkugel entfernt ist.

Die lange Reihe

Ein Knabe setzt seine Kugel an einen etwas entfernten Punkt, der zweite setzt die seine ein gut Stück näher, und beide treten dann an einem Punkte an, welcher mit beiden Kugeln in derselben Richtung liegt und ebenso weit entfernt ist, als es beide Kugeln voneinander sind. Von diesem Standpunkte aus sucht nun der erste zuvörderst die nächste Kugel zu treffen und, wenn ihm dies glückt, die entferntere. Die, welche er trifft, hat er gewonnen. Fehlt er die zweite, so muß er die nähere Stelle wieder besetzen.

Das Schlößchen

Ein Spieler setzt sich an den Erdboden, spreizt seine Beine auseinander und zeichnet in den freien Raum eine kleinen Kreis. Mitten in diesen stellt er drei Kugeln dicht zusammen und setzt eine vierte oben darauf. Ungefähr zwei Schritt entfernt wird das Spielmal bezeichnet, von welchen aus der Gegenpart nach dem Schlößchen zu kugeln hat. Trifft er es, so gehören ihm sämtliche vier Kugeln; fehlt er dagegen, so verfällt seine Kugel dem andern. Bei diesem und den folgenden, mit Gewinn und Verlust verbundenen Kugelspielen wird zu Anfang festgestellt, ob die gewonnenen Kugeln Eigentum des Gewinners bleiben sollen, oder ob nach Vollendung des Spiels jeder Beteiligte seine ursprüngliche Kugelzahl wieder erhält.

Ringkugeln

Auf den festen, ebenen Grund des Spielplatzes wird ein kleiner Ring gezeichnet, etwa 15 cm im Durchmesser; um diesen ein größerer von mindestens 2 m Durchmesser. In dem kleinen Ring werden die Kugeln aufgestellt; jeder Mitspieler setzt deren eine oder zwei, und zwar entweder inwendig in den Kreisraum oder auf die Kreislinie selbst. An der äußeren Kreislinie stellen sich die Spielenden auf und versuchen mit ihren Kugeln die im Kreis liegenden so zu treffen, daß sie aus dem Kreise hinausschnellen. Was den Kreis verläßt, ist Gewinn des Treffenden; bleibt dagegen seine Wurfkugel im Kreise selbst zurück, so muß sie dort auch verbleiben, bis sie durch eine andre hinausgeschossen wird. Je nachdem die Spielenden übereinkommen, schießt entweder der, welcher getroffen hat, abermals oder wechselt stets mit dem folgenden Rundgang.

Brettrollen

Es wird ein Brett von einigen Fuß Länge schräg gelegt. Auf demselben läßt ein Knabe seine Kugel hinabrollen. Sobald dieselbe still liegt, läßt der zweite die seinige nachrollen und sucht dadurch die erstere zu treffen. Gelingt ihm dies, so gehört sie ihm; fehlt er, so dient die seinige als Ziel und der erste, oder, wenn mehrere Mitspieler sind, der folgende kommt ans Rollen.

Brückenschießen

Als Ziel wird ein Stückchen Brett aufgestellt, in dessen unteren Rande neun halbkreisförmige Löcher wie kleine Brückenbogen eingeschnitten sind. Diese sind gerade nur so groß, um eine Kugel bequem durchzulassen, über jedem ist eine Nummer eingeschrieben. Die Art, zu nummerieren, ist verschieden. Entweder 5. 0. 1. 2. 0. 3. 0. 4. 0. oder 9. 6. 4. 2. 0. 3. 1. 7. 8. u. s. w. Ein Spieler ist der Brückenwärter. Aus einigen Schritten Entfernung rollen die übrigen ihre Kugeln gegen die Brücke. Jede Kugel, welche nicht durch einen Bogen passiert, verfällt dem Brückenwächter; geht aber eine glücklich hindurch oder wenigstens hinein, so erhält der Werfer vom Wächter so viele Kugeln, als die über dem betreffenden Bogen angeschriebene Zahl besagt.

Man kann auch das Gerät zu diesem Spiele, die sogenannte Brücke, in Form eines Gestells oder Gitters, wie es nebenstehende Abbildung zeigt, anfertigen lassen. Dieses Gestell hat eine Breite von beinahe 1 m, eine Höhe von etwa 1/3 m und ist in 18 Abteilungen geschieden. Die Kugeln müssen bequem durch die Öffnungen hindurchlaufen können. Auf einer Tafel schreibt ein Mitspieler bei dem Namen jedes der andern die Nummer auf, unter welcher seine Kugel hindurchgegangen. Wer am Schluß des Spiels die meisten Punkte zählt, hat gewonnen.

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